Erschienen am: 1770746518
KI - KLARTEXT
Was passiert, wenn sich zwei KI-Experten den Fragen von über 650 Personen stellen?
Das konnten wir am 05.02.2026 in der Stadthalle Ebermannstadt erleben. Es wurde laut, neugierig, kritisch und überraschen ehrlich!
Das BayernLab Forchheim hat mit Unterstützung des SCHULEWIRTSCHAFT-Netzwerks Forchheim, Staatlichen Schulamts im Landkreis Forchheim, Bildungsbüros für den Landkreis Forchheim sowie der Stadtjugendpflege Ebermannstadt eine Veranstaltung organisiert, die viel Raum für Diskussion rund um das Thema Künstliche Intelligenz bot.
Die beiden Referenten Sven Steger und Moritz Diehl sind bewusst vom klassischen Vortragsformat abgewichen, haben das Publikum mit eingebunden und zum interaktiven Austausch animiert. An den beiden Sprechstunden am Vormittag nahmen jeweils rund 300 Schülerinnen und Schüler aus den Landkreisen Forchheim und Bamberg teil. Am Nachmittag hatten dann etwa 75 Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte die Gelegenheit, ihre Fragen an die beiden Experten zu stellen und sich auch untereinander auszutauschen.
Insbesondere die Schüler brachten eine beeindruckende Bandbreite an Fragen mit – von neugierigen Alltagsüberlegungen bis hin zu sehr grundsätzlichen Zukunftsszenarien. Dabei ging es nicht nur darum, wie Hausaufgaben am geschicktesten von der KI erledigt werden können, sondern es kamen auch einige kritische Beiträge. Eine Schülerin äußerte ihre Bedenken, dass immer mehr Kreativität verloren geht, wenn nur noch KI-generierte Bilder und Musik geteilt werden. Ein Schüler fragte, ob es wahr ist, dass KI Eisbären tötet – in Bezug auf den steigenden Energiebedarf von KI-Systemen. Auch Fragen wie mächtig KI-Systeme noch werden können und wie die Arbeitswelt in Zukunft aussehen wird, waren häufige Themen.
Anhand von aktuellen Beispielen sowie live generierten KI-Bildern, wurde verdeutlicht, warum Medienkompetenz immer wichtiger wird und warum der richtige Umgang mit Künstlicher Intelligenz mittlerweile auf jedem Lehrplan stehen sollte. Mit nur wenigen Klicks lassen sich innerhalb von Sekunden Fake News und Deep Fakes erstellen und es wird immer schwieriger, echte Inhalte von manipulierten zu unterscheiden. Sven Steger warnte dabei etwas provokant, dass soziale Medien in einigen Jahren vielleicht „als die größte gesellschaftliche Massenvernichtungswaffe“ gelten könnten, indem sie zunehmend Fehlinformationen und Hass in Echtzeit verbreiten.
Außerdem sorgte ein Blick auf den Einsatz von KI bei humanoiden Robotern für Staunen. Die realistischen Bewegungen und Interaktionen von aktuellen Modellen führender Robotik-Entwickler weltweit löste bei vielen eine Mischung aus Faszination und Unbehagen aus. Die beiden Referenten ordneten diese Entwicklungen ein, erklärten technische Hintergründe und zeigten auf, welche Chancen, aber auch welche gesellschaftlichen Fragen damit verbunden sind.
Am Ende blieb vor allem eine Erkenntnis hängen: KI ist weder Heilsbringer noch Bedrohung – aber sie zwingt uns, genauer hinzusehen, klüger zu prüfen und bewusster zu handeln.